Die Schulhündin Lana

 

an der Astrid-Lindgren-Schule

 

 

 

Man kann ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht!

 

Zitat von Heinz Rühmann

 

 

Einleitung

 

Schule muss heute weitaus mehr leisten als reine Wissensvermittlung in den einzelnen Fächern. Für die Schüler*innen ist die Schule neben der Familie der wichtigste Sozialisationsort geworden. Sie lernen hier Sozialkompetenzen, Kommunikationsformen und viele wichtige Schlüsselqualifikationen. Diese breitgefächerten Anforderungen erfordern Konzepte, die über den Unterricht in den einzelnen Fächern hinausgehen. Ein Konzept, welches die oben gennannten Kompetenzen fördert, ist die tiergestützte Pädagogik bzw. die hundegestützte Pädagogik. Hierbei arbeitet eine pädagogisch qualifizierte Person mit einem spezifisch trainierten Hund (Schulhund) unter konkreten Zielvorgaben für einen Entwicklungs- oder Lernfortschritt, die Initiation von Lernprozessen sowie die Unterstützung und Erweiterung bereits vorhandener Ressourcen bei einem oder mehreren Schülern (vgl. Vernooij/ Schneider 2008).

 

 

Tiergestützte Pädagogik

 

Der Einsatz des Schulhundes an der Astrid-Lindgren-Schule erfolgt nach der „Tiergestützten Pädagogik“. Darunter versteht man, dass durch den Einsatz eines systematisch ausgebildeten Hundes in der Schule eine Verbesserung der Lernatmosphäre, der individuellen Leistungsfähigkeit und der sozial-emotionalen Kompetenzen der Schüler*innen eintreten sollen. Der Hund wird somit als Unterstützung pädagogischer Prozesse aktiv und passiv durch Frau Lames in den Schulalltag integriert.

 

Die Hundeführerin (Frau Lames) verpflichtet sich, dass der Hund als Familienmitglied art- und tierschutzgerecht im Haushalt lebt und u.a. folgende Qualitätsstandards in der hundegestützten pädagogischen Arbeit eingehalten werden (vgl. www. Schulhundweb.de).

 

 

Was ist ein Schulhund?

 

Ein Schulhund ist nicht Eigentum der Schule, sondern es ist ein Hund, der in einer Schule als ausgebildeter „Schulhund“ unterstützend pädagogisch tätig ist. Dieser Hund gehört einer Lehrperson (Frau Lames) der Schule und tritt innerhalb der Schule immer nur gemeinsam mit dieser im Team auf. Hund und Lehrperson werden entsprechend als sogenanntes „Mensch-Schulhund-Team“ ausgebildet.

 

 

Bedingungen des Hundes

 

Die Grundbedingung für eine sinnvolle Arbeit in der Schule ist das Wesen des Hundes. Er braucht innere Sicherheit, Interesse an Menschen, niedriges Aggressionspotential gepaart mit defensivem Verhalten bei Angriff, Sensibilität und eine hohe Resistenz gegenüber Umweltstress. Diese Charaktermerkmale werden mit Hilfe einer ausführlichen Grundausbildung gefestigt und ausgebaut.

 

 

Unsere Schulhündin

 

Die Labradorhündin Lana ist am 10.04.14 in Kaarst geboren und seit dem Schuljahr 2021/22 die Schulhündin an der Astrid-Lindgren-Schule. Sie lebt als „Familienmitglied“ bei Frau Lames, die sie sozialisiert und erzogen hat, und wird dort artgerecht gehalten. Lana ist eine sehr offene und freundliche Hündin, die zu fremden Menschen von sich aus ruhig und gelassen Kontakt aufnimmt. Sie bleibt gelassen, auch wenn es in ihrer Umgebung laut und unruhig ist. Zu keiner Zeit zeigt sie Anzeichen von Aggressionen. In stressigen Situationen reagiert Lana defensiv und zieht sich aus dem Geschehen zurück.  Sie besuchte regelmäßig die Welpen- und Junghundeschule und absolvierte mehrere Einzelstunden mit einer Hundetrainerin. Bereits seit dem Welpenalter begleitet Lana Frau Lames an einzelnen Tagen im Schulleben, wobei Hund und Halterin grundsätzlich ein Team bilden. Der Kontakt mit Lana erfolgt nur mit Erlaubnis der Halterin sowie unter Berücksichtigung der vorher gründlich erarbeiteten (Hygiene-) Regeln. Im Jahr 2015 absolvierte unsere Schulhündin gemeinsam mit Frau Lames erfolgreich die Ausbildung zu einem Schulhund. Diese Schulhundausbildung ist laut dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW erforderlich für den Einsatz eines Schulhundes. Jährlich finden verschiedene Fortbildungen seitens der Schulhundarbeitskreise statt, an denen Frau Lames und Lana gemeinsam als Hund- Lehrkraft- Team teilnehmen. Frau Lames ist im Schulhundweb registriert. Dort ist sie eine freiwillige Selbstverpflichtung eingegangen, um eine Professionalität im Bereich der "hundegestützten Pädagogik" zu gewährleisten

 

 

Warum einen Schulhund?

 

Die Wirkungen eines Schulhunds sind vielfältig. Die wichtigste Auswirkung ist ein Gefühl des bedingungslosen Angenommenseins, unabhängig von den eigenen Stärken und Schwächen, unabhängig vom kulturellen oder sozialen Umfeld und unabhängig von der aktuellen Stimmungslage.

 

Möglich sind u.a. folgende Effekte:

•Physische Entspannung und Stressreduktion

•Positives Selbstwertkonzept

•Förderung des Wohlbefindens

•Vermittlung von Sicherheit

•Motivierter Schulbesuch

•Aufbau von Vertrauen

•Aktivierung oder Beruhigung einzelner Schüler*innen

•Förderung der Kommunikation

•Förderung des Sozialverhaltens

•Steigerung der Kontaktbereitschaft

•Förderung der Empathie

 (vgl. Heyer, Kloke (2009): Der Schulhund)

 

Übergeordnetes Ziel der Interaktion ist, dass im Umgang mit dem Hund erlernte Verhaltensweisen auf soziale Situationen mit Menschen übertragen werden.

 

Zudem dient das Erlernen der „Hundesprache“ der Unfallprävention mit Hunden.

 

Wie sieht der Schulalltag mit einem Schulhund aus?

 

Lana begleitet Frau Lames an einzelnen Schultagen. Die Regeln für den Umgang mit dem Schulhund werden mit den Schüler*innen vorher besprochen. In jeder Klasse hängt ein Regelplakat (Regeln für den Umgang) an welchen sich die Schüler*innen orientieren müssen. Die Hündin tritt stets im Team mit der Lehrerin auf und ist ständig unter ihrer Aufsicht.

 

Während des Unterrichts bewegt sich Lana in der Regel frei in der Klasse. Der Einsatz des Schulhundes im Unterricht erfolgt passiv oder aktiv (u.a. durch direkten Kontakt einer*s Schülers*in mit der Schulhündin).

 

Rechtliche Fragen

 

Die Gesundheit und Unbedenklichkeit des Schulhundes wird von einem Tierarzt schriftlich bescheinigt. Außerdem wird für eine regelmäßige Endo- und Ektoparasitenprophylaxe gesorgt.

 

Ferner liegt eine Haftpflichtversicherung vor. Die geforderten Hygienebestimmungen und das Tierschutzgesetz werden eingehalten. In der Klasse muss es die Möglichkeit geben, sich nach Hundekontakt die Hände zu waschen oder zu desinfizieren (die Schüler*innen werden auch diesbezüglich aufgeklärt und immer wieder darauf hingewiesen).

 

Bedenken


Eine eventuelle Angst vor Aggressionen und Beißunfällen ist unbegründet (siehe Rasse, Voraussetzungen sowie Ausbildung). Einzelne Kinder haben dennoch Angst vor Hunden. Die Arbeit mit dem Hund in der Klasse beruht auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Die Schüler*innen entscheiden selbst, ob und welchen Kontakt sie zu Lana haben möchten. Besonders ängstliche Schüler*innen werden nur auf ihren Wunsch und sehr langsam an den Kontakt mit dem Hund herangeführt. Durch die freundliche Ausstrahlung und die Sanftheit eines geschulten Hundes wird es aber erfahrungsgemäß gelingen, diese Angst zu vermindern und einen natürlichen Umgang mit Hunden zu erlernen. Es gibt auch gezielte Übungen zum Hundekontakt bei ängstlichen Kindern.

 

Ein Konzept zum Einsatz des Schulhundes an der Astrid-Lindgren-Schule liegt vor und kann nach Rücksprache mit Frau Lames eingesehen werden. Bei weiteren Fragen steht Ihnen Frau Lames gern zur Verfügung.